Längerfristiger Schutz vor Gewalt

Maßnahmen zum Schutz vor weiteren Gewalthandlungen oder zum Schutz vor Nachstellung (Stalking) können bei den Rechtsantragstellen der Amtsgerichte Tübingen und Rottenburg nach dem Gewaltschutzgesetz (GewSchG) beantragt werden. (Wir empfehlen, vorab einen Termin zu vereinbaren: AG Tübingen Tel. 07071/200-2760 und AG Rottenburg Tel. 07471/9860-0).

Unter Umständen ist eine Beratung/Beantragung durch eine Rechtanwältin/einen Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt Familienrecht sinnvoll.

Sofern Sie in einer finanziellen Notlage sind, haben Sie Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und Verfahrenskostenhilfe. Beides ist ebenfalls beim zuständigen Amtsgericht zu beantragen.

 

Nach dem Gewaltschutzgesetz kann das Gericht dem Täter ein Kontakt- und Näherungsverbot aussprechen und dem Opfer die gemeinsam genutzte Wohnung bis zu einem halben Jahr zur alleinigen Nutzung überlassen - unabhängig davon, wer EigentümerIn oder MieterIn ist. Sind Sie alleinige Eigentümerin oder Mieterin kann die Wohnungszuweisung jedoch auf Dauer erfolgen.

Zivilrechtliche Schutzanordnungen können je nach Fall als einstweilige Anordnungen im Eilverfahren oder nach einer Anhörung erfolgen. Sollte noch vor der gerichtlichen Entscheidung der vom Ordnungsamt verfügte Wohnungsverweis ablaufen, kann dieser vom Ordnungsamt noch einmal um maximal 14 Tage verlängert werden.

 

Nach dem Gewaltschutzgesetz können folgende Verbote ausgesprochen werden:

• Kontakt über Telefon, E-Mail oder Briefe aufzunehmen

• sich Ihnen in einem bestimmten Umkreis zu nähern

• sich an Orten aufzuhalten, die Sie oder Ihre Kinder häufig besuchen

• die Wohnung zu betreten

 

Ein Verstoß gegen diese Anordnungen ist strafbar. Hält der Täter sich nicht an die gerichtlichen Auflagen, sollten Sie sofort die Polizei und das zuständige Amtsgericht informieren.

Gewaltschutzgesetz
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